Eine unangenehme Komplikation nach einer Lumbalpunktion ist das postpunktionelles Syndrom, bei dem die Patienten quälende Kopfschmerzen, u.U. in Kombination mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel, bekommen. Die Symptome bessern sich oft im Liegen und nehmen in der Vertikale zu. Verantwortlich macht man dafür ein „Liquorleck“; man vermutet, dass sich die durch die Punktion verursachte Öffnung in den Hirnhäuten nicht richtig verschliesst und chronisch Liquor austritt.
Zur Prophylaxe ist es weitverbreitet, den Patienten nach einer Punktion routinemässig über mehrere Stunden flachen liegen zu lassen. Die Wirksamkeit dieser Methode lässt sich allerdings nicht belegen. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang die Verwendung eine atraumatischen „Sprotte“-Nadel.
Gleichwohl darf man sich nach wie vor Geschichten anhören, warum stundenlanges Liegen nach der Punktion eine gute Sache sei. Gern auch mit der eminenzbasierten einleitenden Phrase, „nach meiner Erfahrung …“.

Literatur:
Halpern S, Preston R: Postdural puncture headache and spinal needle design. Metaanalyses. Anesthesiology. 1994 Dec;81(6):1376-83.
Sudlow C, Warlow C: Posture and fluids for preventing post-dural puncture headache. Cochrane Database Syst Rev. 2002;(2):CD001790
Thoennissen J, Herkner H, Lang W, Domanovits H, Laggner AN, Mullner M: Does bed rest after cervical or lumbar puncture prevent headache? A systematic review and meta-analysis. CMAJ 2001;165:1311–16