Die Abstriche des im vorangegangenen Post beschriebenen Patienten waren natürlich negativ. Ihn hatte vermutlich einer der anderen der mehr als 200 bekannten respiratorischen Viren erwischt. Ganz so überraschend ist das nicht, denn wenn es 200 andere Möglichkeiten gibt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht proportional dem durch das Medienecho erzeugten subjektiven Bedrohungsgefühl.

Dazu eine interessante Grafik in Zusammenhang mit der „normalen“ Grippe, die ich mir bei Spiegel-Online ausgeliehen habe:

grippe

Man beachte die dem medial vermittelten Bild der subjektiven Bedrohung völlig entgegenlaufende Kurve der Grippetoten über die Jahrzehnte …

Nun bleibt, wie immer im Leben, ein gewisses Risiko, dass irgendwann eine bedrohliche Grippe-Pandemie uns überrollt … oder irgendeine andere hochansteckende und tödliche Seuche. Ob dies rechtfertigt, die medizinischen Speerspitzen im Land, die Notfallstationen, mit unsäglicher Bürokratie und pseudowirksamen Massnahmen in ihren Abläufen zu behindern ist sicher zweifelhaft. Ob das für die wirklich kranken Patienten Folgen hat, weil dort Kapazitäten fehlen, misst niemand und was das kostet scheint nur die zu interessieren, die daran verdienen.

Zum Thema Tamiflu, dem zweiten durch den diesjährigen Hype gepushten grossen Geschäft (das andere ist die demnächst anlaufende Versorgung mit dem Schweinegrippchen-Impfstoff), vielleicht noch drei interessante Artikel:

Senken Neuraminidasehemmer die Sterblichkeit?
Werden antivirale Mittel überschätzt?
Welchen Nutzen haben Neuraminidasehemmer bei einer Grippe-Pandemie?