Guten Übersichtsartikel mit praxistauglichen Tabellen gelesen; dann auf den Stapel mit den anderen, die ich sicher nocheinmal brauchen werde, gelegt und da stauben sie auch Monate später noch vor sich hin. So war es füher, inzwischen habe ich alles auf digital umgestellt, da liegt nicht mehr im Weg und stauben tut es auch nicht. Im Alltag, z.B. in der Klinik, hilft dabei ScannerPro, eine iPhoneApp. Mit Ihr kann man mehrseitige PDF-Dateien erstellen und sie per E-Mail versenden, nach iDisk hochladen, auf dem Mac (oder PC) speichern und, wenn nötig, mit einem Password versehen.
Das Ganze geht ganz einfach mittels der iPhone-Kamera: Beispielsweise bei Artikeln photographiert man nacheinander die Seiten, Scanner Pro führt die Fotos dann in einer PDF-Datei zusammen, fertig. ScannerPro von Readdle gibt es für 7.70 CHF im Apple AppStore.
Elektrische Post von der FMH, diesmal im Auftrag des BAG und zur Impfkamapagne gegen die Schweinegrippe. Vermutlich war sie zu Klärung gewisser Widersprüchlichkeiten gedacht. Ich fürchte aber, sie wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet:
„Der Impfstoff Pandemrix® von GlaxoSmithKline hat eine Zulassung von Swissmedic für Erwachsene von 18 bis 60 Jahren. Er ist für Erwachsene von über 60 Jahren in der Schweiz noch nicht zugelassen, da gewisse Daten noch nicht vollständig vorliegen; gemäss Swissmedic liegen genügend Daten zur Sicherheit von Pandemrix® vor, es fehlen jedoch noch ausreichende Daten, welche die Wirksamkeit bei über 60jährigen nachweisen. Dies bedeutet nicht, dass die Anwendung des Impfstoffes bei über 60jährigen kontraindiziert ist. Das BAG und die Eidgenössische Impfkommission EKIF empfehlen vielmehr, dass Erwachsene mit einem erhöhten Komplikationsrisiko geimpft werden, auch die über 60jährigen.“
Soweit die Empfehlung. Wer aber übernimmt die Haftung für den Off-Label-Use? Der impfende Arzt, oder? Dazu in der Mail weiter:
„Die Ärzte müssen natürlich im Rahmen der Sorgfaltspflicht jeden Einzelfall abklären. Insbesondere müssen sie die Patienten und Patientinnen über die noch unvollständige Datenlage zur Wirksamkeit informieren. Falls die Anwendung des Impfstoffes nicht die gewünschte Wirkung zeigt, können die Ärzte nicht haftbar gemacht werden, wenn sie ihre Aufklärungspflicht eingehalten haben.“
Mir klingt dieser angebliche Haftungsausschluss viel zu schwammig, als ich ihm vertrauen könnte. Und warum soll man sich juristischen Risiken aussetzen für eine Impfung, deren Datenlage zur Wirksamkeit unvollständig ist? Und dass gerade für über 60jährige die Zulassung fehlt, wirft auch hinsichtlich des generellen Nutzens der Impfung Fragen auf.
Die Argumentation der FMH als Befürworterin der Einführung der DRG in der Schweiz sind hinlänglich bekannt. Für mich sind die Argumente eher ein Deja vu. Es scheint sich das deutsche Trauerspiel, nur eben mit ca. 10 Jahren Verspätung zu wiederholen: Die Kuh geht selbst zur Schlachtbank, bis zuletzt glaubend, sie und der Metzger seien ein Team. Was auch kein Geheimnis, aber mir nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass die FMH (mit dem Geld ihrer Mitglieder) Aktionärin der SwissDRG AG ist und damit natürlich ein nachhaltiges Interesse am Erfolg des ganzen hat. Details dazu findet man hier.
Mir war schon seit einiger Zeit klar, dass ich dem DRG-Wahnsinn mit der Flucht in die Schweiz nur vorübergehend entgangen bin. Aber es scheint, als würde man hier den Esel noch kräftig melken wollen, während man ihn zur Schlachtbank führt. Bekomme ich doch heute eine E-Mail von meiner Berufsvertretung, der FMH, mit einem Angebot für einen lehrreichen DRG-Kurs. Wahrscheinlich damit ich als Codiervieh auch fit bin, wenn es dann soweit ist. Ein Schnäppchen, nur 640 CHF für den eintägen Kurs (einen dreitägigen Grundkurs Abdomensonographie bekommt man übrigens schon für 800 CHF). Pikant daran ist, dass die FMH fleissig für die DRG wirbt, während die Zahl derer, die diesen Quatsch gern aussetzen würden, grösser wird. Frage mich, ob sie mitverdient an dem ganzen Spass. Wer Interesse an dieser hochwichtigen Fortbildung hat, findet die genaue Beschreibung hier.
„Böse Pharmaindustrie“ mal ganz anders (interessante Übersicht):